Globales Open-Air-Kino
Auch in diesem Jahr laden wir euch gemeinsam mit BtE Bildung trifft Entwicklung / RBS Nord zu unserem Sommerkino auf der Wiese neben der KuKa ein. Wir zeigen Filme zu globalen Herausforderungen unserer Zeit und laden Expert*innen zu Kurzvorträgen ein.
„Roots of Inequality“
29.8.2025 – 21 Uhr | Zwei Filme: „Das Recht zu Existieren“ und „Der letzte Kommandant der Quintines“
20 Uhr Kurzvortrag: Solidarischer Kaffeehandel mit den indigenen Gemeinden des Cauca/Kolumbien. Mit der Regisseurin Eliseth Peña und Vertretern des Aroma Zapatista Kollektiv.
—– El Derecho a Existir (Das Recht zu Existieren) (2022) OmdU (ca. 30 Min.) mit anschließender Diskussionsrunde und im Anschluss
—– El último comandante de los quintines (Der letzte Kommandant der Quintines) (2017) OmdU (ca. 30 Min.) Beide Filme sind von Eliseth Peña.
Kurzbeschreibung Filme E. Peña
Der letzte Kommandant der Quintines
Die erste indigene Guerilla Lateinamerikas und die Suche nach der eigenen Geschichte
33 Minuten, Spanisch und Nasa Yuwe mit deutschen Untertiteln, 2017. Originaltitel: El Último Comandante de los Quintines
Im Laufe der Jahrhunderte hat der indigene Widerstand im Cauca/Kolumbien viele Formen angenommen. In den 1980er Jahren war eine davon das „Movimiento Armado Quintín Lame“. Die „Bewaffnete Bewegung Quintín Lame“ war die erste indigene Guerilla Lateinamerikas. Sie bildete sich aus den Gemeinden und kämpfte gegen die zunehmende Gewalt, der die aufstrebende indigene Bewegung des Cauca ausgesetzt war. Diese Doku erzählt ihre Geschichte.
Für die Regisseurin Eliseth Peña ist sie auch die Suche nach der eigenen Geschichte. Ihr Vater war der letzte Kommandant der Quintines. 25 Jahre nach der Niederlegung der Waffen beschlossen die beiden, die Geschichte ihrer Vergangenheit zu erzählen. Einer Odyssee, die immer noch andauert. Entfernt von der eigenen Heimat, konfrontiert mit den Vorurteilen einer Gesellschaft, in der Rassismus und die Verweigerung von Rechten die Entwurzelung vorantreibt.
Das Recht zu existieren
Die indigenen Gemeinden Kolumbiens und die Verfassung von 1991
26 Minuten, Spanisch mit deutschen Untertiteln, 2022. Originaltitel: El derecho a existir
Als sich Kolumbien 1991 auf Druck von sozialen Bewegungen und Guerillagruppen daran macht, eine neue Verfassung für das Land zu schreiben, sind erstmals auch die indigenen Gemeinden des Landes vertreten. Ihre Teilnahme haben sie sich durch unermüdliche Kämpfe erstritten. In der Verfassungsgebenden Versammlung erreichen sie nicht nur nach Jahrhunderten der Entrechtung als gleichberechtigte Bürger*innen anerkannt zu werden, sondern auch die Garantie ihrer kollektiven Territorien, das Recht auf Selbstverwaltung und eigene Gesellschaftsweisen. Kolumbien erkannte seine Realität als ethnisch und kulturell vielfältiges Land an.
Auf Basis von Archivmaterial und Zeitzeug*innen zeichnet die Doku nach, wie die indigenen Gemeinden Kolumbiens aus ihren Kämpfen heraus einen politische Alternative für das Land vorschlugen. Ebenso stellt der Film die Frage, was geschah als die neuen Verfassungsrechte auf eine gesellschaftliche Realität trafen, die bis heute von Rassismus, Gewalt und einer davon profitierenden Oligarchie dominiert wird. Welche Bilanz lässt sich 30 Jahre später ziehen?
30.8.2025 – 21 Uhr | Verde Esperanza (2022) OmeU
20 Uhr Kurzvortrag: „Körper. Kampf. Kontrolle. Globale Kämpfe für das Recht auf Abtreibung“ Zum Gespräch geladen ist: Maricarmen Gutiérrez Castro. Der Vortrag wird auf Deutsch und Englisch geführt. Im Anschluss ist Raum für Fragen und Diskussion.
Verde-Esperanza
42 Minuten, Spanisch und Portugiesisch mit englischen Untertiteln, 2022, Originaltitel: Verde-Esperanza: Aborto Legal na América Latina
Das Recht auf Abtreibung ist ein zentrales Ziel feministischer und linkspolitischer Kämpfen weltweit. In mehreren lateinamerikanischen Ländern – wie auch in Brasilien – ist das Recht auf Abtreibung hart umkämpft, in anderen – wie in Kolumbien und Argentinien – wurden Schwangerschaftsabbrüche bereits legalisiert. Die rechtskonservative Regierung unter Präsident Javier Milei (Argentinien) und zahlreiche ultrakonservative Nichtregierungsorganisationen bedrohen den Zugang zu legalen Abtreibungen jedoch erheblich. In Deutschland fordert die Kampagne «Abtreibung legalisieren – jetzt!» die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Vor dem Hintergrund der letzten Wahlerfolge rechter Parteien bei den letzten Bundestagswahlen (2025) ist die Kampagne von besonderer Dringlichkeit.
Der Dokumentarfilm «Verde-Esperanza» beschreibt die Situation rund um das Recht auf und den Zugang zu Abtreibungen in Brasilien, Kolumbien und Argentinien. Anhand der Erfolge feministischer Bewegungen in Argentinien und Kolumbien zeigt der Film mögliche Wege und Strategien auf, um die Rechte von Frauen und schwangeren Menschen zu verteidigen und Abtreibungen zu entkriminalisieren. «Verde-Esperanza» geht damit weit über die Frage nach dem für oder wider des Abtreibungsrechts hinaus und reflektiert die aktuelle Debatte über den Zugang zu legalen Schwangerschaftsabbrüchen in Lateinamerika.
Wie steht es derzeit um das Recht und den Zugang zu Versorgung im Falle von Schwangerschaftsabbrüchen in Lateinamerika? Was hat sich in den letzten Jahren und durch die starken politischen Kämpfe verändert? Inwieweit kann die feministische Bewegung hier in Deutschland von den Kämpfen, Strategien und Erfahrungen der feministischen Bewegung in Lateinamerika lernen?
Die Veranstaltung wird präsentiert vom Lernort KulturKapelle.
Bei Regen werden die Filme in der KulturKapelle gezeigt.


